<span> Bildquelle: </span>Stadt Neustadt (Hessen)
Informationsveranstaltungen wurden sehr gut besucht

Die Stadt Neustadt (Hessen) lässt gegenwärtig als eine der ersten Kommunen im Landkreis Marburg-Biedenkopf eine kommunale Wärmeplanung erstellen. Das Vorhaben wird zu 90 % vom Bund gefördert. Mit dem Projekt sind die EAM Energiewendepartner GmbH und die Energiegenossenschaft Vogelsberg (EGV) beauftragt.

In den letzten Wochen fanden in Momberg, Neustadt und Speckswinkel erste Informationsveranstaltungen zur kommunalen Wärmeplanung statt, die auf unerwartet großes Interesse gestoßen sind. In Mengsberg fand keine Veranstaltung statt, da es dort bereits ein von der örtlichen Bioenergiegenossenschaft betriebenes Nahwärmenetz gibt.

Bürgermeister Thomas Groll übernahm bei allen drei Veranstaltungen die Begrüßung und freute sich über die große Resonanz. Er betonte, dass sie Kommune bewusst regionale Anbieter mit den Arbeiten beauftragt haben, die man kenne und um deren Leistungsfähigkeit man wisse. Nach den Worten des Bürgermeisters nimmt Neustadt kreisweit eine führende Position bei dem Thema ein und diese wolle man halten. Die kommunale Wärmeplanung werde keineswegs für die Schublade verfasst, sondern solle dann Schritt für Schritt umgesetzt werden. Natürlich, so Thomas Groll, müsse dies ökonomisch vertretbar sein und sich zudem ausreichend Anschluss-Nehmer finden.

Der Bürgermeister gab zu erkennen, dass er eine genossenschaftliche Lösung wie sie beispielsweise in Mengsberg erfolgreich umgesetzt wurde, für den besten Weg halte. Im Verlauf der Versammlung pflichtete Hans-Gerhard Gatzweiler dieser Sichtweise ausdrücklich zu. Wie Groll gehört auch er dem Aufsichtsrat der EGV an.

Robert Egelkamp von der EAM übernahm es, die rechtlichen Voraussetzungen der kommunalen Wärmeplanung darzustellen. Er attestierte Neustadt eine vordere Position in der Region und ging auf die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes und des Wärmeplanungsgesetzes näher ein.

EGV-Geschäftsführer Björn Köhler stellte Inhalt und Ablauf der kommunalen Wärmeplanung näher vor. Dies gliedert sich in die Punkte Bestandsanalyse (Verbraucher, Heizsysteme), Potentialanalyse (mögliche zukünftige Energiequellen), Zielszenario (Planung Wärmenetz) und Wärmewendestrategie (Umsetzung des Projektes).

Im Herbst 2025 wird die kommunale Wärmeplanung für Neustadt (Hessen) vorliegen und wird dann öffentlich vorgestellt und näher erläutert. Nach Köhlers Worten seien dann auch tiefergehende Aussagen zur Art der angedachten Energieversorgung, möglichen Wärmepreisen und Genossenschaftseinlagen sowie der notwendigen Zahl von Anschlussnehmern möglich. Danach beginne dann das "Klinkenputzen" zur Gewinnung von Teilnehmern.

Björn Köhler nannte die im Bereich Neustadt von der EGV bereits umgesetzten und geplanten PV-Freiflächenanlagen und Windräder als mögliche Energiequellen für das Nahwärmenetz.

Die Ausführungen der beiden Referenten stießen auf großes Interesse und lösten zahlreiche Fragen aus.

Bürgermeister Thomas Groll dankte zum Abschluss Vortragenden und Interessierten und betonte, dass man den gerade begonnenen 100 m-Lauf weiterhin Mut Engagement angehen werde. Wichtig sei dabei, die Bürgerschaft mitzunehmen.